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Aromamassage
Bindgewebsmassage PDF Drucken E-Mail

Die Grundidee

Die Bindegewebsmassage (BGM) ist eine Sonderform der Massage zur Beeinflussung innerer Organe, Drüsen und Gefässe. Störungen und Erkrankungen im Innern des Körpers zeigen sich auf der Haut, z. B. nach Head (1898) in einer erhöhten Empfindlichkeit bis Schmerzhaftigkeit in bestimmten sich ringförmig um den Körper ziehenden Abschnitten. Bei einer schweren arteriellen Durchblutungsstörung des Beines fand Dicke (1930) am Gesäss Veränderungen im Unterhautbindegewebe (3. Hautschicht) in Form von schlechter Hautverschieblichkeit, Verklebungen und Verbackungen durch Einziehung oder Aufquellung. Mit ziehenden Streichungen wurde versucht, diese Unterhautverspannung zu beseitigen, mit dem Erfolg, dass auch die erkrankten Gefässe darauf positiv reagierten. Nach weiteren Behandlungen setzte die regelrechte Durchblutung bis in die Zehenspitzen wieder ein. Gleiche Befunde im Unterhautbindegewebe in verschiedenen Rückenabschnitten wurden bei Patienten mit Eingeweideorganerkrankungen gefunden. Durch Bearbeitung dieser Veränderungen mit der speziellen Bindegewebs-Massagetechnik konnten die gespürten Organe erfolgreich beeinflusst werden.

Die Behandlung

Mit den Kuppen von Mittel- und Ringfinger wird die Haut gegen ihre Unterlage, das Unterhautbindegewebe, verschoben, dadurch die Hautverschieblichkeit verbessert und gleichzeitig das erkrankte Organ angesprochen.

Während des sachgerechten Zuges (Hautverschiebung) muss der Patient ein schneidendes Gefühl spüren. Danach tritt als sichtbare Reaktion eine Hautschrift oder -Zeichnung auf, die je nach Krankheitsform 24–48 Stunden bestehen bleiben kann. Gezogen wird nur an Stellen mit vermehrtem Unterhautbindegewebe, wie z. B. an Knochen- oder Muskelrändern. Die Aneinanderreihung der Züge hat eine Behandlungssystematik ergeben, die im unteren Rückenbereich beginnt und allmählich Richtung Beschwerdegebiet aufbaut.

Erklärung der Wirkung

Die Wirkung läuft über das unbewusste Nervensystem (Vegetativum), das ohne willentlichen Einfluss die Körperorgane steuert und dessen Nerven auch im Unterhautbindegewebe enden. Diese fernwirksame Massagemethode vom Einwirkungsort Unterhautbindegewebe mit Reizweiterleitung über vegetative Nerven zum Beschwerdegebiet wirkt immer auf den gesamten Körper.

Anwendungsbereiche

Die Anwendung erfolgt in erster Linie bei allen Durchblutungsstörungen, wobei vor allem ruhende Gefässe aktiviert werden und die Behandlung selbst noch bei fortgeschrittenen Mangeldurchblutungen erfolgreich ist. Bei venösen und lymphatischen Störungen wird gute Entstauung erzielt; Blutdruckanomalien sind ausgleichbar und bei Erfrierungen ist die Durchblutung der Zehen oder Fingerspitzen wieder zu erreichen.
Bei Bettlägerigen wird der Decubitus (Wundliegen) weitgehend verhindert, bei bereits bestehendem, die Wundheilung gefördert. Nach Frakturen (Knochenbrüchen) kann schon während der Ruhigstellung im Gips die Kallusbildung (Knorpelbildung) angeregt und gesteigert werden, um die Heilungsphase wesentlich zu verkürzen. Gute Erfolge sind bei Migräne durch die Beeinflussung der Kopfgefässe zu erzielen; auch bei anderen Kopfschmerzformen und bei Ischialgie wird eine wesentliche Schmerzlinderung, bis hin zur Schmerzfreiheit, erreicht. BGM ist bei allen Funktionsstörungen durch Organerkrankungen angezeigt: Bei Magen-Darm-Störungen wird besonders die Obstipation (Stuhlträgheit oder -Verstopfung) durch Anregung der Darmperistaltik hervorragend beeinflusst; bei Atmungserkrankungen sind die wichtigsten Indikationen Bronchitis, Asthma bronchiale und der Heuschnupfen, bei dem vorbeugend 4–6 Wochen vor Ausbruch zur Stärkung der vegetativen Abwehrlage zu behandeln ist. Herzinfarkt und Schlaganfall werden nachbehandelt zur Anregung und Stabilisierung der Herzkranz- bzw. Hirngefässe. Bei den verschiedenen und häufig auftretenden Regelstörungen der Frau und bei Beschwerden im Klimakterium bringt der Einsatz der BGM erstaunliche Besserung und bei Wöchnerinnen kann sogar die Lactation (Milchbildung) angeregt oder verstärkt werden. Eine hervorragende Unterstützung der BGM sind Wärmeanwendungen über die von Head beschriebenen Zonen, speziell mit der «Heissen Rolle».

 
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